Residenzschloss


Grünes Gewölbe

Atemberaubend! Unglaublich! Fantastisch! So oder ähnlich äußern sich die meisten Besucher nach dem Besuch des Schatzkammermuseums „Grünes Gewölbe“. Keine Frage, auch Sie sollten sich dieses Highlight nicht entgehen lassen!

Nach jahrzehntelangen Provisorien ist das Grüne Gewölbe im Rahmen des Wiederaufbaus des Residenzschlosses wieder an seinen originalen Standort im Westflügel des Schlosses zurückgekehrt. Um allerdings heutigen Besucherzahlen gerecht zu werden, hat man die Ausstellungsfläche quasi verdoppelt und die Schätze auf zwei übereinander liegende Etagen verteilt. Dadurch sind zwei sehr unterschiedliche Museen entstanden, die eintritts- und führungstechnisch vollkommen getrennt voneinander behandelt werden:

Das Historische Grüne Gewölbe in den akribisch restaurierten Originalräumen im Erdgeschoss, in denen August der Starke seinerzeit die Schätze in typisch barocker Manier geradezu inszenierte und  die Besucher mit Prunk zu beeindrucken wusste, und das

Neue Grüne Gewölbe, das in modern gestalteten Räumen im 1. Obergeschoss die schönsten und aufwändigsten Stücke dieser Sammlung vereinigt.

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Tipp: Historisches Grünes Gewölbe

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Aus konservatorischen Gründen ist der Zugang zu Räumen den Räumen des Historischen Grünen Gewölbes  begrenzt, so dass eine langfristige Reservierung der jeweils auf eine bestimmte Uhrzeit ausgestellten Tickets anzuraten ist. Von der Homepage der Kunstsammlungen www.skd-dresden.de gelangen Sie zur Online-Buchung. Ca. 200 - 300 Karten pro Tag werden nicht im Vorverkauf ausgegeben, sondern erst am Besuchstag ab 10 Uhr morgens verkauft, was in den Hochsaisonmonaten zu allmorgendlichen langen Warteschlangen an den Kassen führt. Im historischen Grünen Gewölbe werden in der Regel keine Gruppenführungen durchgeführt, sondern die Besucher werden mit einem Audioguide ausgestattet, der im Eintrittspreis inbegriffen ist.

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Im Neuen Grünen Gewölbe finden Gruppenführungen statt. Hier können Sie auf Zeitreise gehen und sich zunächst beim Anblick der Kunstkammerstücke aus dem 16. Jh. in das Lebensgefühl der Renaissance zurückversetzen, als es eine gewaltige Leistung darstellte, etwa die Zeit exakt zu messen oder mechanisch Musik zu erzeugen, als die Seefahrer aus fernen Ländern seltsame Dinge wie Kokosnüsse, Seeschnecken und Korallen mitbrachten, was wiederum die Kunsthandwerker zur Herstellung bizarrer Gefäße anregte. Staunen Sie über das Geschick jenes unbekannten Meisters, der mehr als 100 Gesichter in einen simplen Kirschkern schnitzte, bewundern Sie die unglaublich dünnen geblähten Segel der  Elfenbeinfregatte und amüsieren Sie sich über die Tafelsitten vergangener Zeiten, von denen Gießgarnituren und Trinkspiele zeugen. Doch das alles wird noch in den Schatten gestellt von den Kabinettstücken, die für August den Starken angefertigt wurden, das Goldene Kaffeezeug etwa oder der Hofstaat zu Delhi en miniature ganz aus Gold, Email und Edelsteinen – man kann es mit Worten nicht beschreiben, man muss es gesehen haben.

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Doch man sieht nur, was man weiß, deshalb ist eine Führung gerade bei dieser Ausstellung ausgesprochen sinnvoll – sie wird hier übrigens in der Regel mit einem modernen Führungssystem durchgeführt, bei der Sie meine durch Mikrophon verstärkte Stimme durch einen kleinen Empfänger über Kopfhörer wahrnehmen. Das trägt sehr zu einer ruhigen, entspannten Atmosphäre in diesem viel besuchten Museum bei.


Türckische Cammer




Zum großen Teil seit fast 70 Jahren erstmals wieder ausgestellt sind seit März 2010 die Bestände der sogenannten Türckischen Cammer, für die drei Säle im Residenzschloss ausgebaut und in geheimnisvolles Licht getaucht wurden, durch das die edelsteinverzierten Prunkwaffen und osmanischen  Reitzeuge auf  naturgetreu nachgebildeten edlen Pferden, aber auch die kostbaren und aufwändig restaurierten Originaltextilien wie das 20 m lange Tafelzelt mit seinen Blumenornamenten aus Atlasseide und vergoldetem Leder wirkungsvoll in Szene gesetzt werden.  Lassen Sie sich bei einer Führung durch diese  spektakuläre Ausstellung erzählen, wie die sächsischen Kurfürsten in den Besitz dieser exotischen Gegenstände kamen, wozu sie verwendet wurden und was die Dresdner Sammlung so besonders macht.





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